Haben Sie ein Nest der asiatischen Hornisse entdeckt?
Dann helfen Sie der Natur, den heimischen Insekten und Ihren Mitbürgern:
Lassen Sie das Nest entfernen! Die Imkervereine Krefeld und die Vereine im Kreis Viersen helfen: velutina@imkerverein-krefeld.de oder meldung.imker-viersen.de
Wenn Sie spenden möchten, bitte unter der IBAN: DE83 3205 0000 0003 2404 88 (Sparkasse Krefeld) oder einfach per Paypal an paypal@imkerverein-krefeld.de

Foto: Gilles San Martin CC BY-SA 2.0
Allgemeine Informationen:
Man schätzt, dass ein Nest im Jahresverlauf 11 Kg Insekten vertilgt.
Darunter bei Weitem nicht nur Honigbienen: In verschiedenen Studien konnten bis zu 1400 verschiedene Arten identifiziert werden, die von der Vespa Velutina gefressen wurden, darunter Fliegen, Wespen, Wildbienen, Käfer und Schmetterlinge.
Außerdem nagt sie an Obst, insbesondere Trauben, welche dann verderben und für den Genuss nicht mehr geeignet sind.
Der Imkerverein Krefeld ist bei der Identifizierung und Entfernung behilflich, schicken Sie uns ein Foto!
Da gerade bei kleinen Nestern Verwechslungsgefahr besteht, wird ein Foto mit Tier benötigt. Einzelne Tiere sind friedlich, aber in Nestnähe halten Sie bitte mindestens 5 m Abstand! Die Meldung schicken Sie über unser Meldeportal oder per Mail an: velutina@imkerverein-krefeld.de
Kosten der Entfernung:
Der Imkerverein Krefeld hat im letzten Jahr Schutzausrüstung und Lanze für ungefähr 10.000 € gekauft.
Daher sind wir auf Spenden angewiesen. Wir rechnen mit reinen Materialkosten von -je nach Höhe und Größe des Nestes- mit 25 € bis 150 € für eine Nestentfernung.
Rechtliches:
Die Kosten für die Nestentfernung obliegt den Grundstücksbesitzern.
Manche Gebäudeversicherungen übernehmen die Kosten einer Beseitigung. Erkundigen Sie sich dazu an geeigneter Stelle.
ACHTUNG:
Bitte verzichten Sie unbedingt auf Insektenfallen! Auch sogenannte „Lebendfallen“ sind weder selektiv noch erlaubt und tragen zum Verlust seltener heimischer Arten bei! Nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz ist das Aufstellen von Wespenfallen grundsätzlich verboten, auch wenn Sie diese in jedem Supermarkt kaufen können.
Die Asiatische Gelbfuß-Hornisse (Vespa velutina nigrithorax)
Die aus Südostasien stammende Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) fällt seit dem 03.08.2016 unter den Geltungsbereich der Verordnung (EU) 1143/2014 als prioritäre invasive Art.
Aufgrund der deutlich größeren Volksstärke (3-5-fache Größe der heimischen Hornissenvölkern) und der schnellen und starken Ausbreitung, stellt die Vespa Velutina eine Bedrohung für Honigbienen, aber auch für Wildbienen und weitere Insekten dar. Auch der Obst-, insbesondere Weinbau, ist betroffen.
Lebensweise:
Seit ihrem Erstnachweis 2014 in Deutschland breitet sich die Vespa Velutina immer weiter aus. Im Jahr 2023 wurde sie bei uns am Niederrhein nachgewiesen. Man erkennt die Asiatische Hornisse an ihrer schwarzen Grundfärbung im Gegensatz zur rot-bräunlichen Erscheinung der heimischen Hornisse. Die Brust ist schwarz, der Hinterleib dunkel mit wenigen gelben Binden. Die Beine sind gelb gefärbt.
Die Asiatische Hornisse ist nur tagsüber aktiv.
Ab Ende des Sommers im September/ Oktober bis in den Winter hinein schlüpfen in einem Nest 250-450 (Zahlen variieren stark) junge Königinnen. Wenn diese begattet wurden, schlüpfen sie an versteckten Stellen unter – gerne in Totholz- und beginnen wieder im zeitigen Frühjahr ab März alleine mit dem Nestbau.

Diese Embryonalnester sind zunächst sehr klein, Tennisballgroß.
Derzeit geht man davon aus, dass von den jungen Königinnen aber „nur“ 5-15 ein neues Nest etablieren können.
Wenn die ersten Arbeiterinnen schlüpfen, vergrößert sich das Nest:
Das dann entstehende sogenannte „Primärnest“ wächst auf Fußballgröße an.

Die Nester können überall gefunden werden. In Vogelkästen, in Hecken, unter Giebeln, in Komposthaufen, alten Eimern und Truhen, selbst auf dem Boden und in alten Mäuselöchern haben wir sie gefunden.

Foto: Jonas Lienhard
Ab dem späten Sommer, Juli, August, wenn die Nester eine gewisse Volksstärke gewonnen haben, ziehen die Tiere meistens nach oben in Bäume.
Das kann in 5m Höhe, aber auch in über 30m Höhe sein.
Diese Nester erreichen einen Durchmesser von ungefähr 60 cm bis zu 1 Meter und beherbergen im Durchschnitt ca. 3000 Tiere.
Manche Nester (ca. 30%) verbleiben aber auch an ihrem Ursprungsort, was für Spaziergänger/ Anwohner zu einer echten Gefahr werden kann.
Während die einzelnen Tiere wirklich friedlich sind, verteidigen sie in Nestnähe vehement.


Vorsicht Verwechslungsgefahr!
Die Asiatische Hornisse kann eventuell mit der heimischen Hornisse verwechselt werden. Die heimische Hornisse (Vespa Crabro) steht jedoch unter besonderem Schutz (§44 BNatSG) und darf auf keinen Fall geschädigt werden. Sie stellt keine Bedrohung für die Biodiversität dar.

Foto: Reiner Jahn